Oktoberfest-Kellnerinnen: Der harte Job hinter den Maßkrügen und Bierfässern
Rebekka UllrichOktoberfest-Kellnerinnen: Der harte Job hinter den Maßkrügen und Bierfässern
Jedes Jahr strömen Tausende Besucher zum Münchner Oktoberfest – doch nur wenige bekommen die harte Arbeit hinter den Kulissen mit. Die Kellnerinnen, die in den vollbesetzten Zelten Bier und Essen servieren, arbeiten als eingespielte Teams zusammen, teilen sich Kosten, Risiken und ein forderndes Tempo. Ihr Job erfordert Geschick, Erfahrung und eine beträchtliche finanzielle Vorleistung – allein um überhaupt anfangen zu können.
Celina, die seit 2022 auf dem Oktoberfest arbeitet, begann bereits mit 15 Jahren in der Gastronomie. Wie viele andere absolvierte sie keine formale Ausbildung, sondern verließ sich auf Branchenkontakte, um an die Stelle zu kommen. Einen Platz zu ergattern ist nicht einfach – Erfahrung und persönliche Empfehlungen sind unverzichtbar.
Die Kellnerinnen arbeiten in Viererteams und legen jeweils rund 3.000 bis 3.500 Euro zusammen, um sich den Zugang zu einem Festzelt zu sichern. Dieses Geld fließt nicht in Löhne, sondern in den Einkauf von Bierfässern, die sie später mit Gewinn verkaufen. Sie nutzen eine gemeinsame Kasse und teilen sich die Einnahmen, wobei der Preis pro Liter fest vorgegeben ist – Mitspracherecht haben sie dabei nicht.
Bier tragen ist keine einfache Aufgabe. Standard sind sechs Maßkrüge, die an den Henkeln gegriffen werden, während ein siebter obenauf balanciert wird. Celina, die kleinere Hände hat, schafft selbst sechs auf einmal kaum. Ein voller Tablett zu fallen ist der Albtraum jeder Kellnerin – für verschüttetes Bier müssen sie bis zum Verkauf an einen Gast aufkommen.
Für Besucher kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Neulinge sollten die Toiletten vor den Musikpausen aufsuchen, wenn sich lange Schlangen bilden. Eine Plastiktüte für Jacken ist ebenfalls ratsam. Und wer Essen bestellen möchte, sollte wissen: Hähnchen ist am schnellsten ausverkauft – wer es sicher haben will, bestellt es am besten gleich mit dem ersten Getränk.
Das System der Oktoberfest-Kellnerinnen vereint Teamarbeit mit finanziellem Wagnis. Sie investieren eigenes Geld, arbeiten lange Stunden und stemmen schwere Lasten – und sorgen dabei dafür, dass das Fest reibungslos läuft. Für sie zählt vor allem eines: Tempo, Abstimmung und eine Portion Glück.






