Krebs im Endstadium: Bloggerin startet Kosmetikmarke trotz schwerer Diagnose
Hans-Helmut RuppersbergerKrebs im Endstadium: Bloggerin startet Kosmetikmarke trotz schwerer Diagnose
Valeria Tschekalina, eine Bloggerin im Kampf gegen Krebs im Endstadium, bringt eigene Kosmetikmarke auf den Markt
Die Influencerin Valeria Tschekalina, die an Krebs im Stadium 4 erkrankt ist, hat mit Eyya Skin ihre eigene Kosmetiklinie lanciert. Parallel zur Markteinführung veröffentlichte sie zutiefst persönliche Videos über ihren gesundheitlichen Leidensweg. Der Schritt löst bei ihrem Publikum sowohl Solidarität als auch Kritik aus.
Tschekalina verkündete ihre Diagnose im Rahmen der Werbekampagne für ihre neue Marke. Ihr Ansatz verbindet öffentliche Verletzlichkeit mit einer demonstrativen Portion Widerstandskraft – eine Strategie, die emotional an ihr Publikum appelliert. Während einige Follower ihre Offenheit loben, werfen ihr andere vor, in manchen Videos zu sehr auf Mitleid zu setzen.
Der Produzent Gera Iwashtschenko vergleicht Tschekalinas Vorgehen mit globalen PR-Taktiken und zieht Parallelen zum Personal-Branding der Familie Kardashian. Eine solche Offenheit sei in Russland ungewöhnlich, wo Schwerstkranke sich meist aus der Öffentlichkeit zurückzögen, so Iwashtschenko. Gleichzeitig deutet er an, dass ihre Transparenz auch dem Wunsch geschuldet sein könnte, die finanzielle Zukunft ihrer Kinder abzusichern.
Die Reaktionen auf Eyya Skin fallen gespalten aus: Bewunderer schätzen Tschekalinas Stärke angesichts des Schicksals, Kritiker werfen ihr vor, ihre Krankheit für Aufmerksamkeit und Verkaufszwecke zu instrumentalisieren. Iwashtschenko warnt, dass zu viel Offenheit ein Publikum überfordern könnte, das an solche schonungslosen Erzählweisen nicht gewöhnt ist.
Mit dem Launch von Eyya Skin sieht sich Tschekalina verstärkter Prüfung ausgesetzt – insbesondere in der ethischen Debatte, ob ihr Krebsleiden für geschäftliche Zwecke thematisiert werden darf. Die ambivalente Resonanz spiegelt wider, wie unterschiedlich Personal Branding und die Grenzen öffentlicher Verletzlichkeit bewertet werden. Ihre Strategie polarisiert – und sorgt, ob gewollt oder nicht, für Aufmerksamkeit.






