Mobbingvorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Franz Josef SchlosserScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Mobbingvorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich schweren Vorwürfen wegen Mobbing und Fehlverhalten in ihrem Ministerium ausgesetzt. Berichten zufolge herrscht dort ein von Angst und Einschüchterung geprägtes Arbeitsklima, wobei die Vorfälle bis zu ihrer Amtsübernahme im Jahr 2022 zurückreichen. Die Anschuldigungen haben mittlerweile zu offiziellen Gesprächen und internen Überprüfungen geführt.
Erste Bedenken hinsichtlich Scharrenbachs Führungsstil wurden Anfang 2025 laut, als ein Personalvertreter Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, über das Fehlverhalten informierte. Die Probleme sollen sich besonders während der Umstrukturierung der Abteilung für digitale Verwaltung zu Beginn der Legislaturperiode verschärft haben. Liminski bestätigte, dass ihm die Mobbingvorwürfe bereits vor der Bundestagswahl 2025 bekannt waren.
Ein internes Schreiben, das Der Spiegel vorliegt, beschreibt die Arbeitsatmosphäre unter Scharrenbach als "von Angst und Einschüchterung geprägt". Ein hoher Beamter wird mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört." Die Vorwürfe führten zu Gesprächen zwischen Scharrenbach, Staatssekretär Daniel Sieveke und betroffenen Mitarbeitenden, da der Bereich digitale Verwaltung in ihren Verantwortungsbereich fällt.
Scharrenbach räumte die Kritik ein und gab zu, dass ihr Führungsstil nicht immer fair gegenüber den Beschäftigten gewesen sei. Sie zeigte sich tief besorgt über das Feedback und die Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Um die Situation zu entschärfen, wurden konkrete Maßnahmen eingeleitet, darunter gemeinsame Treffen mit den Mitarbeitenden und die Einbindung des Personalrats. Zudem bot Scharrenbach persönliche Gespräche mit den direkt Betroffenen an.
Öffentliche Unterlagen, die die Entwicklung des Arbeitsklimas in ihrem Ministerium zwischen 2022 und März 2026 dokumentieren, liegen nicht vor. Die jüngsten Schritte deuten jedoch auf den Versuch hin, Führungsstrukturen zu reformieren und Vertrauen zurückzugewinnen.
Das Ministerium hat damit begonnen, Veränderungen umzusetzen, um Führungsprozesse und das Verhältnis zu den Mitarbeitenden zu verbessern. Scharrenbachs Bereitschaft, sich mit den Beschäftigten und dem Personalrat auseinanderzusetzen, signalisiert den Willen, die langjährigen Probleme zu lösen. Ob es gelingt, das Vertrauen in der Behörde wiederherzustellen, wird sich an den Ergebnissen dieser Bemühungen zeigen.






