Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt Umbenennung historischer Straßennamen
Hans-Helmut RuppersbergerMünster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt Umbenennung historischer Straßennamen
Bürgerinitiative in Münster-Mitte stoppt Umbenennung von fünf Straßen – Entscheidungsprozess geht in die nächste Runde
Eine Bürgerinitiative in Münster-Mitte hat erfolgreich genug Unterschriften gesammelt, um die geplante Umbenennung von fünf örtlichen Straßen anzufechten. Die Kampagne, die sich für die Beibehaltung der aktuellen Straßennamen einsetzt, erreicht damit die nächste Stufe: Der Bezirksrat muss nun seine Entscheidung überprüfen.
Die betroffenen Straßen waren ursprünglich zwischen 1933 und 1945 benannt worden, was 2020 ein Überprüfungsverfahren auslöste. Die Initiative sammelte 6.071 gültige Unterschriften von Anwohnern und erfüllte damit die Voraussetzungen für eine formelle Prüfung. Daraufhin wird der Bezirksrat Münster-Mitte am 11. November entscheiden, ob er den Antrag annimmt oder eine öffentliche Abstimmung anstrebt.
Falls der Rat an seinem ursprünglichen Umbenennungsplan festhält, kommt es zu einem Bürgerentscheid. Damit dieser erfolgreich ist, müssen mindestens zehn Prozent der Bezirksbevölkerung teilnehmen, wobei eine Mehrheit für die Beibehaltung der aktuellen Namen stimmen müsste.
Im September 2024 hatte der Stadtrat neue Richtlinien für öffentliche Gedenkpraxis beschlossen. Diese einvernehmlich zwischen den Parteien vereinbarten Regeln betreffen auch Straßenumbenennungen und verlangen eine transparente Information der Öffentlichkeit vor etwaigen Änderungen.
Die fünf umstrittenen Straßen wurden in der NS-Zeit benannt, was 2020 zu ihrer Neubewertung führte. Die endgültige Entscheidung des Bezirksrats wird nun klären, ob die Namen bleiben oder nach einer möglichen Abstimmung ersetzt werden. Das weitere Vorgehen hängt von der Sitzung im November ab. Sollte es zum Bürgerentscheid kommen, haben die Anwohner das letzte Wort darüber, ob die Straßennamen erhalten bleiben oder geändert werden. Der Prozess ist das Ergebnis jahrelanger Prüfungen und aktueller politischer Leitlinien, die regeln, wie Münster mit historischen Erinnerungsorten umgeht.






