NRW verschärft 2026 die Regeln für alte Holzöfen – doch Kontrollen fehlen noch
Laurenz MühleNRW verschärft 2026 die Regeln für alte Holzöfen – doch Kontrollen fehlen noch
Nordrhein-Westfalen will ab Januar 2026 strengere Regeln für Holzöfen durchsetzen. Die Maßnahme folgt einem Bundesgesetz aus dem Jahr 2010, das die schrittweise Abschaffung älterer, umweltschädlicherer Modelle vorsieht. Doch trotz der nahenden Frist fehlt im gesamten Bundesland bisher ein formales Kontrollsystem.
Die Bundesregierung hatte 2010 die Erste Bundesimmissionsschutzverordnung geändert. Demnach mussten alle nicht konformen Öfen, die vor März 2010 installiert wurden, bis zum 31. Dezember 2024 stillgelegt werden. Modelle, die die Emissionsgrenzen überschreiten, sind seit Beginn dieses Jahres verboten, da moderne Varianten deutlich weniger Feinstaub ausstoßen.
Anders als das Nachbarland Rheinland-Pfalz, das diese Vorschriften bereits seit 2018 umsetzt, hat Nordrhein-Westfalen die Umsetzung verzögert. Verstöße konnten mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden, doch bisher wurden keine Strafen verhängt. Erst kürzlich kündigte die Umweltministerin des Landes an, dass die Kontrollen Anfang 2026 beginnen sollen – allerdings gibt es noch keine rechtlich verbindliche Anweisung.
Kritiker befürchten, dass das neue Meldeverfahren die lokalen Behörden überlasten könnte. Städte müssten möglicherweise zusätzliches Personal einstellen, um die Einhaltung der Regeln zu überwachen. Unterdessen haben Aktivisten wie der Kölner Thomas Mücher auf das Problem aufmerksam gemacht, indem sie 28 Gramm Feinstaub aus alten Öfen gesammelt haben.
Der Umsetzungsplan für 2026 markiert einen Kurswechsel in der Luftreinhaltestrategie Nordrhein-Westfalens. Ältere Öfen werden endlich Beschränkungen unterliegen und das Land damit an die bundesweiten Vorgaben anpassen. Da jedoch ein offizieller Erlass fehlt, bleibt die praktische Wirkung vorerst ungewiss.






