Panne bei Atomtransport: Geheimroute für Castor-Behälter versehentlich veröffentlicht
Franz Josef SchlosserPanne bei Atomtransport: Geheimroute für Castor-Behälter versehentlich veröffentlicht
Ein schwerwiegendes Sicherheitsversäumnis hat die geplante Route für einen bevorstehenden Transport von Atommüll in Deutschland offenbart. Die Details waren kurzzeitig auf einer Regierungswebsite einsehbar, bevor sie wieder entfernt wurden. Bei dem Transport handelt es sich um hochsensible Castor-Behälter mit Brennstäben aus einem stillgelegten Forschungsreaktor.
Die für den Transportkorridor geltende Drohnenflugverbotszone wurde versehentlich auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums veröffentlicht. Die Informationen waren von Mittwochabend bis Donnerstag öffentlich zugänglich – in dieser Zeit waren die genauen Autobahnen von Jülich nach Ahaus, auf denen der Transport stattfinden soll, deutlich erkennbar.
Das Flugverbot war für den Zeitraum vom 20. bis 27. März 2026 ausgewiesen – genau den geplanten Transporttagen. Später zeigte die Plattform nur noch eine kreisförmige Sperrzone anstelle der konkreten Streckenführung an. Trotz des Datenlecks blieb eine Stellungnahme des Verkehrsministeriums auf Anfragen aus.
Normalerweise unterliegen Routen für Atomtransporten der Geheimhaltung, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Solche Transporte gelten als mögliche Ziele für Terroranschläge oder als Brennpunkte für Proteste. Die Brennstäbe, die in Castor-Behältern gelagert werden, sind für ein Zwischenlager in Ahaus bestimmt.
Der Vorfall wirft Fragen zum Schutz sensibler Transportdaten auf. Bisher gibt es keine offizielle Bestätigung für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Der Transport bleibt für Ende März 2026 geplant – die Route ist nun der Öffentlichkeit bekannt.






