07 April 2026, 20:22

Regionalverkehr in Deutschland kämpft mit Finanznot und steigenden Trassengebühren

Bahngebühr: Die Preistäuschung für den Regionalverkehr

Regionalverkehr in Deutschland kämpft mit Finanznot und steigenden Trassengebühren

Deutschlands Regionalverkehr steht unter wachsendem Finanzdruck

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Die regionalen Bahnbetreiber in Deutschland sehen sich einer immer größeren finanziellen Belastung gegenüber, da die Kosten schneller steigen als die zur Verfügung stehenden Mittel. Die Unternehmen kämpfen mit höheren Trassengebühren und Inflation, was einige dazu zwingt, Leistungen einzuschränken oder gar in die Insolvenz zu rutschen. Die Situation hat eine Debatte über die gerechte Verteilung der Fördergelder und die Zukunft des Schienenverkehrs im Vergleich zu Bussen entfacht.

Das aktuelle Finanzierungsmodell geht auf die Zeit zurück, als die deutsche Bundes- und Landesbahn in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Damals ging die Verantwortung für den Regionalverkehr auf die Bundesländer über. Seither beschaffen landeseigene Unternehmen Züge und verpachten sie an die Betreiber – doch die Mittel konnten mit der Inflation nicht Schritt halten.

Jeder Zug, der die Bundesschienen nutzt – auch im Regionalverkehr –, muss eine Infrastrukturabgabe entrichten. Busse hingegen sind von Mautgebühren befreit, was ihnen einen Kostenvorteil verschafft. Die Bundesregierung erwartet nun von der DB InfraGo, dass sie die notwendigen Modernisierungen finanziert, was die Trassengebühren weiter in die Höhe treiben könnte.

Die steigenden Kosten haben bereits zu spürbaren Veränderungen geführt: 2021 warnte Abellio, dass sein Deutschland-Geschäft aufgrund der finanziellen Belastung zusammenbrechen könnte. National Express strich später die Verbindung Aachen–Hamm in Nordrhein-Westfalen, da die Ausgaben nicht mehr tragbar waren. Gleichzeitig wurde das 49-Euro-Ticket bis 2030 verlängert, wobei ab 2027 inflationsbedingte Preisanpassungen vorgesehen sind.

Eine entscheidende Weichenstellung steht bevor: Der Europäische Gerichtshof wird voraussichtlich bis Mitte 2026 über eine Obergrenze für Trassengebühren im Regionalverkehr entscheiden.

Die finanzielle Schieflage der Regionalbahnbetreiber zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Höhere Trassenkosten und stagnierende Fördermittel könnten zu weiteren Streichungen oder sogar zum Rückzug aus Strecken führen. Die anstehende Gerichtsentscheidung über Gebührenobergrenzen wird mitentscheiden, ob die Schiene langfristig gegenüber den günstigeren Busalternativen konkurrenzfähig bleibt.

Quelle