Rheinwasser für Hambacher Tagebau: 45 Kilometer Pipeline plant RWE ab 2026
Laurenz MühleRheinwasser für Hambacher Tagebau: 45 Kilometer Pipeline plant RWE ab 2026
Großes Wasserleitung-Projekt im Rheinland startet – Hambacher Tagebau soll mit Rheinwasser geflutet werden
Im Rheinland soll im Frühjahr 2026 der Bau einer 45 Kilometer langen Wasserleitung beginnen, die den Hambacher Tagebau mit Rheinwasser fluten soll. Die Pipeline, bestehend aus 10.000 riesigen Rohren, stößt jedoch auf Kritik: Umweltverbände und Anwohner befürchten negative Auswirkungen auf die Wasserqualität sowie langfristige Kosten für die Region.
Geplant ist, ab 2030 den Braunkohletagebau Hambach mit Rheinwasser zu füllen – ein Prozess, der voraussichtlich 40 Jahre dauern wird. Ähnliche Flutungsvorhaben sind für den Tagebau Garzweiler ab 2036 und den Tagebau Inden ab 2040 vorgesehen. Zwar hat RWE bereits die notwendigen Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Leitungsbau erhalten, doch die Erlaubnis zur Einleitung des Wassers in Hambach steht noch aus.
Die Pipeline wird aus Rohren mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern bestehen. Zwar hat die Bezirksregierung Arnsberg die erforderliche Genehmigung nach Bundesberggesetz erteilt, weitere Bewilligungen für die Flutung sind derzeit jedoch nicht beantragt. Dennoch warnen Umweltorganisationen wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben vor möglichen Verunreinigungen des Wassers in den Tagebauen.
Andreas Büttgen, ein prominenter Kritiker des Projekts, fordert strengere Kontrollen und eine Reinigung des Rheinwassers vor der Umleitung. Er warnt zudem, RWE könnte sich zurückziehen und die Region mit erheblichen langfristigen finanziellen Belastungen alleinlassen. Hinzu kommt, dass Microsofts neu errichtetes Hyperscale-Rechenzentrum in der Region die ohnehin knappen Wasserressourcen weiter unter Druck setzen könnte.
Der Baubeginn der Leitung ist für Anfang 2026 vorgesehen, die Flutung des Hambacher Tagebaus soll 2030 starten. Während die Genehmigungen für Wasserentnahme und Leitungsbau vorliegen, fehlt noch die Freigabe für die Einleitung. Die langfristigen Folgen für die Wasserqualität und die regionalen Kosten bleiben ein zentraler Streitpunkt für die Gegner des Projekts.






