24 March 2026, 16:14

"Sünderwäldchen": Historisches Waldstück fällt dieser Woche der Kettensäge zum Opfer

Schwarzes und wei├čes Foto eines Kohlebergbaus mit Geb├Ąuden, Masten und B├Ąumen im Hintergrund, mit Text unten.

Was Sie über die Rückeroberung des 'Sündlichen Waldes' wissen müssen - "Sünderwäldchen": Historisches Waldstück fällt dieser Woche der Kettensäge zum Opfer

"Sünderwäldchen": Kleiner Wald soll dieser Woche gerodet werden

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Ein kleines Waldstück mit dem Namen "Sünderwäldchen" soll in dieser Woche abgerissen werden. Das Gebiet, östlich des Hambacher Forstes in Nordrhein-Westfalen gelegen, ist zum neuen Zankapfel in der anhaltenden Debatte um den Braunkohleabbau in Deutschland geworden. Die Polizei rückte am Dienstagmorgen an, um die Rodungsarbeiten durchzusetzen, die am 1. Oktober beginnen.

Der Name "Sünderwäldchen" geht auf alte lokale Erzählungen zurück, wonach sich dort einst junge Paare heimlich trafen. Nun steht das Waldstück vor der Zerstörung, da es Teil der Pläne des Energiekonzerns RWE ist, die Ufer eines künftigen künstlichen Sees zu stabilisieren. Das Unternehmen begründet die Abholzung damit, dass der unter den Bäumen liegende Kies benötigt werde, um die Böschungen der Hambacher Grube zu sichern.

Das rheinische Braunkohlerevier ist durch Jahrzehnte des Abbaus geprägt, der tiefe Krater hinterlassen hat. Die Behörden planen, diese bis 2030 zu fluten, um im Rahmen des Kohleausstiegs der Region weitläufige Seenlandschaften zu schaffen. Nordrhein-Westfalen will den Braunkohleabbau bis zu diesem Jahr vollständig beenden.

Kritiker werfen RWE vor, mit dem "Sünderwäldchen" ein intaktes Ökosystem industriellen Plänen zu opfern. Der Konzern betont, alle artenschutzrechtlichen Prüfungen seien abgeschlossen und die notwendigen Genehmigungen lägen vor. Im Januar hatte das Oberverwaltungsgericht Münster die Rodung bestätigt und damit den Weg für die Arbeiten freigemacht.

Die Abholzung des "Sünderwäldchens" markiert einen weiteren Schritt in der Umgestaltung der Bergbaulandschaft im Rheinland. Nach der Rodung soll das Gebiet in die Entstehung eines neuen Seensystems einfließen – ein Prozess, der den größeren Wandel von der Kohleförderung zur Nachnutzung der Tagebauflächen in der Region widerspiegelt.

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