Wie das Christkind deutsche Familien und Hilfsprojekte verbindet
Franz Josef SchlosserBei den Wüsts holt Santa die Wunschliste ab - Wie das Christkind deutsche Familien und Hilfsprojekte verbindet
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst erinnert sich noch gut an die Vorfreude auf die Weihnachtswunschzettel aus seiner Kindheit. Wie in vielen deutschen Familien schrieb auch seine Familie damals Briefe an das Christkind – in der Hoffnung auf die erwünschten Geschenke. Jahrzehnte später legt nun seine eigene Tochter ihren Zettel neben einen Teller mit Plätzchen, damit das Christkind ihn über Nacht mitnimmt.
Als Junge blätterte Wüst in der Adventszeit sorgfältig durch den Spielzeugkatalog und markierte seine Wünsche. Besonders bleibt ihm ein Dreirad in Erinnerung, das er eines Jahres geschenkt bekam. Die Tradition seiner Familie spiegelte dabei wider, was in unzähligen Haushalten im deutschsprachigen Raum üblich war: Hier richten Kinder ihre Wünsche nicht an den Weihnachtsmann, sondern an das Christkind.
Doch die Bräuche haben sich weiterentwickelt und reichen heute über den privaten Rahmen hinaus. In Lüneburg sammelte die Aktion "Christkind?" über 225 Geschenke für geflüchtete und benachteiligte Kinder – basierend auf deren selbst aufgeschriebenen Wünschen. Ein ähnliches Projekt in Österreich, "Wünsch mir was", erfüllt Herzeswünsche von jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen. Solche Initiativen zeigen, wie sich die Tradition zu einem Zeichen gemeinschaftlicher Solidarität gewandelt hat.
Heute übernimmt Wüsts Frau die Verantwortung für seine Wunschliste – auch wenn er scherzt, sie wisse ohnehin schon genau, was er braucht. Die Briefe seiner Tochter an das Christkind hingegen halten die festliche Familientradition lebendig.
Die Christkind-Tradition bleibt ein zentraler Bestandteil der deutschen Weihnachtsfeiern – von persönlichen Kindheitserinnerungen bis hin zu karitativem Engagement. Zwar sind ihre Ursprünge nicht detailliert dokumentiert, doch Aktionen wie in Lüneburg oder Österreich beweisen ihre anhaltende Strahlkraft. Für Familien wie die von Hendrik Wüst bringt der Brauch auch heute noch jedes Jahr im Dezember ein wenig Zauber mit sich.






