Willich plant Kürzungen bei Geschwisterrabatten für Kita-Gebühren trotz Elternproteste
Hans-Helmut RuppersbergerWillich plant Kürzungen bei Geschwisterrabatten für Kita-Gebühren trotz Elternproteste
Willich überprüft seine Kindergartengebühren im Rahmen umfassender Sparmaßnahmen. Die Stadt steht unter finanziellem Druck und erwägt Änderungen bei Geschwisterrabatten sowie bei der jährlichen Anpassung der Gebühren. Eltern und lokale Initiativen haben gegen die Pläne bereits heftigen Widerstand angekündigt.
Die Debatte um die Finanzierung der Kinderbetreuung in Willich zieht sich seit Monaten hin, ohne dass eine Lösung in Sicht ist. Themen wie Personalmangel, Schließungen von Einrichtungen und nun die geplanten Gebührenänderungen halten die Spannungen aufrecht. Die aktuellen Vorschläge konzentrieren sich darauf, die Rabatte für Geschwisterkinder zu kürzen und die jährlichen Erhöhungen der Elternbeiträge zu begrenzen.
Nach den neuen Plänen würde der Rabatt für das erste Geschwisterkind in der Kita auf 75 oder 80 Prozent sinken, während weitere Geschwister weiterhin gebührenbefreit blieben. Bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) könnte der Rabatt für das erste Geschwisterkind auf 60 oder 70 Prozent reduziert werden. Zudem will die Stadt die jährlichen Gebührenerhöhungen auf drei Prozent deckeln, statt wie bisher dynamische Anpassungen zuzulassen.
Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Geschwisterrabatte nicht vollständig gestrichen würden. Vielmehr zielten die Änderungen darauf ab, die Beitragshöhe anzupassen und das Wachstum der Gebühren zu bremsen. Durch die Kürzung der Geschwisterbefreiungen erhofft sich die Stadt Mehreinnahmen von 500.000 Euro, durch die Begrenzung der Gebührenerhöhungen weitere 100.000 Euro.
Der Widerstand formiert sich bereits. Der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) kritisiert, dass die Pläne Familien unzumutbar belasten würden, die ohnehin schon mit hohen Kosten kämpften. Eine Elternpetition sammelt ebenfalls Unterstützung gegen die Gebührenerhöhungen und die gekürzten Rabatte. Unterdessen schlug die SPD-Fraktion alternative Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für 2026 vor – etwa durch Kürzungen bei nicht zwingend notwendigen Ausgaben, statt die Kinderbetreuung zu belasten.
Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits durchgehend 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder in allen Betreuungsangeboten. Willich könnte diesem Beispiel folgen, während es nach Wegen sucht, seinen Haushalt auszugleichen.
Die Vorschläge der Stadt würden die Beitragszahlungen der Eltern grundlegend verändern. Falls die Pläne genehmigt werden, träten die Änderungen schrittweise in Kraft – mit schrumpfenden Rabatten und gedämpften Gebührensteigerungen. Die Verwaltung betont, die Anpassungen seien notwendig, doch der Widerstand von Familien und lokalen Gruppen zeigt keine Anzeichen von Nachlassen.






