20 March 2026, 16:17

13 Millionen Deutsche leben in Armut – wer ist besonders betroffen?

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13 Millionen Deutsche leben in Armut – wer ist besonders betroffen?

In Deutschland leben derzeit über 13 Millionen Menschen in Einkommensarmut – das entspricht 15,5 Prozent der Bevölkerung. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, ältere Menschen und Personen, die allein leben. Steigende Lebenshaltungskosten und stagnierende Löhne drängen immer mehr Haushalte unter die Armutsgrenze, die bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.378 Euro liegt.

Eine aktuelle Analyse offenbart deutliche regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Einkommen. In Ostdeutschland verdienen 60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 3.500 Euro netto im Monat. Im Vergleich liegen in Baden-Württemberg nur 33,6 Prozent und in Hamburg lediglich 15 Prozent unter dieser Schwelle. Bundesweit erhalten rund 9,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte – das sind 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – weniger als 3.500 Euro und riskieren damit Altersarmut, sofern sie keine zusätzlichen Rücklagen bilden.

Laut Statistischem Bundesamt betrug der mediane Bruttolohn für Vollzeitkräfte im Jahr 2023 4.323 Euro. Zwar liegt dieser Wert über der oft genannten Grenze von 3.300 Euro für eine sichere Rente, doch fast 4,6 Millionen Vollzeitbeschäftigte verdienen weniger als 2.750 Euro monatlich. Für diese Geringverdiener besteht ein hohes Risiko, im Ruhestand in finanzielle Not zu geraten.

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Frauen sind besonders gefährdet: Ihre Rentenansprüche liegen im Schnitt 31,4 Prozent unter denen der Männer. Diese Lücke erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Rentnerinnen von Altersarmut betroffen sind. Die gesetzliche Rente ersetzt bei Über-65-Jährigen derzeit nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens – zusätzliche Vorsorge ist daher unverzichtbar.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, raten Experten zunächst zu einer Stärkung der gesetzlichen Rente, bevor private Lösungen in Betracht gezogen werden. Eine geplante Anhebung der Verdienstgrenze für Minijobs ab 2026 soll es Rentnern zudem erleichtern, ihr Einkommen aufzubessern.

Angesichts der Inflation, die die verfügbaren Einkommen aushöhlt, steht immer mehr Menschen im Ruhestand wachsender finanzieller Druck bevor. Die Kombination aus niedrigen Löhnen, Rentenlücken und steigenden Lebenshaltungskosten bedeutet, dass Millionen auf private Ersparnisse oder Zusatzeinkünfte angewiesen sein werden, um Armut zu entgehen. Die von der Regierung geplanten Anpassungen der Minijob-Regelungen sollen ältere Arbeitnehmer zumindest teilweise entlasten.

Quelle