Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft emotionale Gewalt und digitale Belästigung vor
Rebekka UllrichChristian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft emotionale Gewalt und digitale Belästigung vor
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm emotionale Gewalt und digitale Belästigung vor und bezeichnet sein Verhalten als "virtuelle Vergewaltigung". Die Anschuldigungen haben die Debatte über Ulmens umstrittene TV-Rollen neu entfacht, in denen er Frauen oft zur Unterhaltung demütigte.
Schon als die Beziehung zwischen Fernandes und Ulmen vor Jahren öffentlich wurde, gab es Stimmen, die ihre Partnerwahl hinterfragten. Angesichts der jüngsten Vorwürfe erhalten diese frühen Zweifel für viele Beobachter nun eine düstere Bedeutung.
Bekanntheit erlangte Ulmen Mitte der 2000er mit der ProSieben-Realityshow Mein neuer Freund, in der er wöchentlich einen anderen schrecklichen Freund spielte – etwa den adligen Alexander von Eich, der seine Freundin mit einem Stock herablassend behandelte. Das Konzept: Die Frau stellte ihren neuen Partner ihrer Familie vor, doch Ulmens Figur benahm sich so unmöglich, dass sie sich schließlich von ihm trennte. Emotionale Manipulation wurde hier als Komödie inszeniert.
2013 übernahm er eine weitere provokante Rolle als Uwe Wöllner in der Tele-5-Sendung Wer will meine Freundin vögeln?. In der satirischen Gameshow konkurrierten zwei Männer darum, deren Freundin begehrenswerter sei – moderiert von Ulmen mit schiefem Gebiss und schmierigem Auftreten. Die Aufgaben waren darauf ausgelegt, die beteiligten Frauen zu demütigen, auch wenn genaue Details in öffentlichen Quellen unklar bleiben.
Fernandes' aktuelle Vorwürfe zeichnen ein noch beunruhigenderes Bild hinter den Kulissen. Sie behauptet, Ulmen habe unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, pornografische Inhalte verbreitet und sogar TelefONSEX geführt, während er sich als sie ausgab. Sein Verhalten nennt sie eine Form der "virtuellen Vergewaltigung" – er habe immer wieder Grenzen überschritten, ähnlich wie in seinen TV-Rollen.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf, wie Männer – in der Unterhaltung und im echten Leben – die Grenzen von Frauen verletzen. Die Missbrauchsüberlebende Gisèle Pelicot setzt sich seit Langem dafür ein, die Scham von den Opfern auf die Täter zu verlagern – eine Haltung, die nun in den Reaktionen auf Fernandes' Schilderungen widerhallt.
Ihre Aussagen rücken Ulmens Karriere erneut in den Fokus, die oft die Grenze zwischen Satire und Ausbeutung verwischte. Die Vorwürfe zeigen zudem ein Verhaltensmuster, das über seine Fernsehrollen hinausreicht.
Die öffentliche Reaktion unterstreicht eine wachsende Forderung nach Verantwortung – nicht nur in privaten Beziehungen, sondern auch dafür, wie Medien die Misshandlung von Frauen normalisieren.






