Hagener Apotheken schließen für bundesweiten Protest gegen Gesundheitsministerin
Rebekka UllrichHagener Apotheken schließen für bundesweiten Protest gegen Gesundheitsministerin
Am 23. März 2023 werden alle Apotheken in Hagen ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die Mitarbeiter der 27 örtlichen Apotheken beteiligen sich an einer Kundgebung in Düsseldorf, um faire Bezahlung und politische Reformen durchzusetzen. Nur die Bereitschaftsapotheke Victoria-Apotheke bleibt für Notfälle geöffnet.
Die Aktion richtet sich direkt an Gesundheitsministerin Nina Warken. Die Apothekeninhaber fordern sie auf, die seit Langem diskutierten Reformen endlich umzusetzen. Anders als bei einer ähnlichen Protestaktion im Jahr 2023 geht es diesmal nicht um die Ablehnung neuer Maßnahmen, sondern darum, bereits vereinbarte Änderungen verbindlich festzuschreiben. Zu den zentralen Forderungen zählen höhere Festbeträge pro abgegebener Packung sowie eine gerechtere Vergütung durch die Krankenkassen.
Die Verärgerung über das, was die Apotheker als "Doppelmoral bei den Lohnanpassungen" bezeichnen, wächst: Während die Krankenkassen ihre eigenen Zahlungen erhöht haben, stagnieren die Erstattungen für Apotheken seit Jahren. Das Bundesgesundheitsministerium hat zwar bereits die Grundlagen für Reformen gelegt, doch die Organisatoren sind überzeugt, dass nun der nötige Druck aufgebaut werden muss.
Apothekenstreiks sind in Deutschland selten, und die Inhaber betonen, dass sie künftige Arbeitsniederlegungen vermeiden wollen. Stattdessen hoffen sie, dass dieser gemeinsame Auftritt ausreicht, um die Ministerin zum Handeln zu bewegen.
Während der eintägigen Schließung bleiben Hagens Apotheken leer – mit Ausnahme der Victoria-Apotheke, die dringende Fälle versorgt. Sollten die Reformen durchgesetzt werden, könnte dies die Finanzierung der örtlichen Apotheken grundlegend verändern. Bis dahin bleibt der Fokus darauf, die Regierung zum Handeln zu drängen.






