Apotheken starten Protestfrühling gegen unzureichende Finanzierung durch die Regierung

Rebekka Ullrich
Rebekka Ullrich
2 Min.
Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.Rebekka Ullrich

Apotheken starten Protestfrühling gegen unzureichende Finanzierung durch die Regierung

Apotheken in ganz Deutschland bereiten sich auf eine große Protestwelle im Frühjahr vor. Die ABDA, die alle 16.000 Apotheken und ihre Mitarbeiter vertritt, will bei der Bundesratssitzung Ende Februar gegen die Regierungspolitik vorgehen. Die Spannungen haben sich verschärft, da zentrale Forderungen – darunter höhere Festbeträge – vom Bundesgesundheitsministerium weiterhin ignoriert werden.

Unter dem Motto "Us gibt es nicht zum Nulltarif" ("Wir arbeiten nicht umsonst") startet die ABDA ihre "Protestfrühling"-Kampagne mit Plakataktionen, Online-Petitionen und öffentlichen Kundgebungen. Apothekenteams werden sich an Veranstaltungen beteiligen, um politische Maßnahmen einzufordern, während Social-Media-Kampagnen auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen sollen. Eine endgültige Entscheidung über bundesweite Proteste fällt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. Februar 2026.

Thomas Preis, Vorsitzender der ABDA, kritisierte die Regierung scharf wegen der unzureichenden Finanzierung der Apotheken. Er verwies darauf, dass Ärzte kürzlich eine Gehaltserhöhung von 1,3 Milliarden Euro durchsetzten, während eine Anhebung des Apotheken-Festbetrags auf 9,50 Euro rund 950 Millionen Euro kosten würde. Preis lehnte zudem Pläne für "Apotheken ohne Apotheker" als Rückschritt ab.

Auf dem Zukunftskongress für Öffentliche Apotheken forderte er eine Erhöhung der Festbeträge sowie jährliche Anpassungen – ähnlich wie in anderen Gesundheitsbereichen. Die ABDA hatte über 40 Überarbeitungsvorschläge eingereicht, doch das Gesundheitsministerium wies centrale Punkte wie Gebührenerhöhungen und eine bessere Vertretung für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) zurück. Preis bezeichnete die Ministerin zwar als "wichtige Partnerin", betonte aber, dass Apotheken nicht mehr Verantwortung tragen könnten, ohne angemessen unterstützt zu werden.

"Die politische Flitterwochen der Schwarz-Roten Koalition sind vorbei", erklärte Preis. Er bestand darauf, dass der Koalitionsvertrag vollständig und ohne Ausnahmen umgesetzt werden müsse – Apotheken bräuchten konkrete Ergebnisse, keine leeren Versprechungen.

Sollten die Forderungen weiter ignoriert werden, wird die Protestkampagne eskalieren. Die Apotheken fordern einen Festbetrag von 9,50 Euro sowie jährliche Verhandlungen – analog zu anderen Gesundheitsberufen. Mit der ersten Lesung im Bundesrat steht nun die Reaktion der Regierung auf die Forderungen nach fairer Finanzierung und besserer Vertretung im Fokus. Die nächsten Schritte der ABDA hängen davon ab, ob die Politik nachgibt.

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