Meinungsforscher Manfred Güllner zieht sich aus Forsa-Tagesgeschäft zurück – bleibt aber als Berater

Rebekka Ullrich
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Ein Mann in Mantel und Schal steht an einem Podium mit Mikrofonen, ein Schild mit der Aufschrift "deva-Geschäftsführer sagt, es sei keine gute Idee für die Zukunft", ein Objekt und ein Bildschirm im Hintergrund.Rebekka Ullrich

Meinungsforscher Manfred Güllner zieht sich aus Forsa-Tagesgeschäft zurück – bleibt aber als Berater

Manfred Güllner, eine prägende Figur der deutschen Meinungsforschung, zieht sich aus dem Tagesgeschäft des von ihm gegründeten Instituts Forsa zurück. Das 1984 ins Leben gerufene Umfrageinstitut wird jedoch weiterhin von seinem Fachwissen profitieren, da er künftig eine beratende Rolle einnehmen wird. Seine Entscheidung fällt in eine Zeit wachsender Skepsis gegenüber der Qualität von Daten, die in der öffentlichen Debatte zirkulieren.

Güllners Karriere basiert auf direkten Befragungsmethoden – aus einem persönlichen Interesse wurde ein Beruf, der über Jahrzehnte politische und mediale Erkenntnisse prägte.

Seine Arbeit begann in einer Ära, in der Telefon- und Face-to-Face-Interviews die Meinungsforschung dominierten. Mit der Zeit verschob sich das Feld hin zu digitalen Instrumenten wie Online-Umfragen und mobilen Abstimmungen. KI-gestützte Analysen ermöglichen heute Echtzeit-Stimmungsbilder und präzisere demografische Auswertungen. Doch trotz dieser Fortschritte sinken die Antwortquoten – bedingt durch digitale Überlastung und wachsende Datenschutzbedenken.

Güllner bleibt ein überzeugter Verfechter der direkten Befragung. Selbst in einer Zeit, in der Tech-Konzerne riesige Mengen an Verhaltensdaten sammeln, betont er die Bedeutung strukturierter Marktforschung. Sein Ansatz kombiniert die Auswertung primärer Erhebungen mit anderen Datenquellen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Zunehmend frustriert zeigt er sich jedoch über den Umgang mit Umfrageergebnissen. Medien und Politiker würden Daten seiner Ansicht nach oft verzerrt darstellen oder vereinfachen. Zudem bereitet ihm die Zunahme unseriöser Studien durch fragwürdige Akteure Sorgen – ein Grund für seine Forderung nach mehr Qualitätssicherung in der Branche.

In seiner neuen Rolle wird Güllner weiterhin tägliche Umfrageupdates von Forsa erhalten. Er plant, die Institutsleitung zu beraten, seinen Newsletter fortzuführen und journalistische Kommentare auf Basis von Daten zu liefern. Sein Fokus bleibt auf der Gewährleistung wissenschaftlich fundierter und transparenter Forschung.

Der Übergang markiert einen Wandel für Forsa, hält Güllner aber weiterhin in einer gestaltenden Position. Zu seinen künftigen Aufgaben gehören die Beobachtung von Umfragentrends und die Einbringung seiner jahrzehntelangen Erfahrung. Der Schritt spiegelt die größeren Herausforderungen der Meinungsforschung wider, in der das Vertrauen in Daten heute schwieriger zu bewahren ist denn je.

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