Grüner Wasserstoff im Kreis Düren: 35-Millionen-Investition mit ungewisser Zukunft

Rebekka Ullrich
Rebekka Ullrich
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Ein elegantes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem schwarzem Finish, das mit seinen verschiedenen Teilen beschriftet ist, vor einem hellgelben Hintergrund.Rebekka Ullrich

Grüner Wasserstoff im Kreis Düren: 35-Millionen-Investition mit ungewisser Zukunft

Im Kreis Düren entsteht am Brainergy Park in Jülich eine 10-Megawatt-Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff für Industrie und Verkehr. Die 35 Millionen Euro teure Anlage soll bei voller Auslastung bis zu 1.700 Tonnen Wasserstoff pro Jahr erzeugen. Doch bleibt ungewiss, ob die Nachfrage die Investition rechtfertigt – bisher ist der lokale Bedarf gering.

Betrieben wird die Anlage von der HyDN GmbH und soll Wasserstoff an Chemieunternehmen, Raffinerien und Mobilitätsprojekte liefern. Mit einer Kapazität von etwa 180 Kilogramm pro Stunde – rund 1.577 Tonnen jährlich – ist der aktuelle Verbrauch jedoch minimal: Die 20 Wasserstoffbusse des Kreises Düren verbrauchen lediglich 72 Tonnen pro Jahr, was einer Auslastung der Anlage von nur 4,6 bis 7,2 Prozent entspricht.

Der Betrieb ist kostspielig. Die jährlichen Kapitalkosten belaufen sich auf 4,97 Millionen Euro, was umgerechnet 69 Euro pro Kilogramm Wasserstoff bedeutet – noch ohne Stromkosten (9,75 Euro/kg) und Wartung. Die Gesamtproduktionskosten liegen damit zwischen 105 und 140 Euro pro Kilogramm. Auch die Emissionen der Wasserstoffbusse bleiben mit 43,9 bis 48,8 Tonnen CO₂ pro Bus und Jahr beträchtlich – im Vergleich zu 34,2 Tonnen bei E-Bussen und 79,5 Tonnen bei Dieselbussen.

Das Projekt verfügt über stärkere regionale Förderung als ähnliche Vorhaben, etwa das gescheiterte Wasserstoffbus-Programm in Aberdeen. Doch wenn die Nachfrage nicht steigt, droht Düren eine ungenutzte Infrastruktur und strandende Investitionen. Größere Verkehrsbetriebe in der Region setzen bereits auf batteriebetriebene E-Busse, während der Bundesrechnungshof eine Neuausrichtung der deutschen Wasserstoffstrategie fordert.

Die Anlage in Jülich steht für eine bedeutende Investition in grünen Wasserstoff, doch ihre Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, ob die Nachfrage gesteigert werden kann. Ohne ausreichende Abnahme riskiert der Kreis Düren eine Unterauslastung der Anlage und hohe Stückkosten. Der Erfolg des Projekts wird zeigen, ob Wasserstoff langfristig mit Alternativen wie der Elektromobilität konkurrieren kann.

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