Notfallvorsorge in Deutschlands Krankenhäusern: Alarmierende Lücken nach dem Kalten Krieg

Hans-Helmut Ruppersberger
Hans-Helmut Ruppersberger
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Ein gerahmtes Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte und umgeben von Text und Zahlen.Hans-Helmut Ruppersberger

Notfallvorsorge in Deutschlands Krankenhäusern: Alarmierende Lücken nach dem Kalten Krieg

Deutschlands Bundesländer: Schwere Lücken in der Notfallvorsorge – Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg

Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Kriegs klaffen in den Krankenhäusern der Bundesländer Deutschlands erhebliche Lücken in der Notfallvorsorge. Viele der einst für Krisenfälle errichteten unterirdischen Schutzräume wurden inzwischen geschlossen oder abgerissen, was die Einrichtungen verwundbar macht. Eine aktuelle Umfrage in Nordrhein-Westfalen (NRW) zeigt: Zwar verfügen einige Krankenhäuser über Notstromaggregate, doch bei kritischen Vorräten wie Wasser, Blutkonserven und langfristig benötigten Medikamenten herrscht weiterhin Mangel.

Während des Kalten Kriegs hatte NRW noch zusätzliche Bunker, die als medizinische Schutzräume umfunktioniert wurden – doch alle wurden inzwischen stillgelegt. Bundesweit ist die Zahl der Krankenhäuser mit unterirdischem Schutz dramatisch gesunken: von über 2.000 auf nur noch 200 bis 300 im Jahr 2026. Die verbleibenden Einrichtungen konzentrieren sich vor allem auf Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, insbesondere in Großstädten wie München, Köln und Stuttgart.

Das Bergmannsheil in Bochum, geleitet vom Ärztlichen Direktor Mirko Aach, ist auf kleinere Notfälle vorbereitet, doch für Massenanfälle von Verletzten fehlt die vollständige Einsatzbereitschaft. Fünf Dieselgeneratoren sichern hier 72 Stunden Notstrom – eine Kapazität, die dem Durchschnitt deutscher Krankenhäuser entspricht. Größere Probleme bereiten jedoch die Wasserreserven: Nur jedes fünfte Krankenhaus hält einen Vorrat an Flaschenwasser für eine Woche vor, die meisten sind vollständig auf externe Quellen angewiesen.

Blutkonserven wären in einer Krise schnell aufgebraucht, obwohl die Krankenhäuser essenzielle Medikamente für zwei bis sechs Wochen bevorraten. Professor Boris Augurzky hat ein rotierendes Lagerungssystem vorgeschlagen, um die Haltbarkeit der Arzneimittel zu gewährleisten, doch eine Umsetzung steht noch aus. Unterdessen planen die Kölner kommunalen Kliniken einen multifunktionalen Keller: im Frieden als Parkhaus genutzt, im Katastrophenfall als Notfallzentrum. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann räumt jedoch ein, dass keine Landesmittel für das Projekt bereitstehen – und verweist auf mögliche Bundesmittel aus dem Verteidigungsetat.

Eine Umfrage des WDR ergab, dass 40 von 53 Krankenhäusern in NRW über Notstrom verfügen, wobei mehr als die Hälfte mindestens drei Tage durchhalten kann. Dennoch bleibt die allgemeine Vorsorge – von der Wasserversorgung bis zur baulichen Widerstandsfähigkeit – in der Region uneinheitlich.

Der Rückgang geschützter Krankenhausinfrastrukturen seit dem Kalten Krieg hat die Bundesländer Deutschlands anfälliger für großflächige Notfälle gemacht. Zwar gibt es in vielen Einrichtungen Notstromlösungen, doch bei Wasser, Blut und langfristigen Vorräten bestehen weiterhin Engpässe. Ohne zusätzliche Finanzmittel oder politische Weichenstellungen könnten Krankenhäuser künftig Schwierigkeiten haben, längerfristige Krisen effektiv zu bewältigen.

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